Von Jonas Thiem
Mit viel Wind in den Segeln reisten die Jelmstorfer nach Thomasburg, wo mit dem TSV ein direkter Abstiegskonkurrent wartete. Angetrieben vom 3:2-Heimsieg gegen den STV Artlenburg und mit einer guten Trainingswoche im Rücken, stand dem Trainerteam ein großer Kader zur Verfügung.
Dennoch mussten Sascha Konwer und Jonas Thiem die Startelf im Vergleich zur letzten Woche auf ein paar Positionen umstellen: Kapitän Roy Draeger ging zurück in die Viererkette, die von Markus „M“ Baldig, Florian Sonnenschein und Philipp Barrenschee komplettiert wurde. Im Mittelfeldzentrum organisierten Radoslaw Stanisz und Michael Hörner das Geschehen, auf außen begannen Alexander Muth und der Matchwinner der letzten Woche, Niklas Bohr. Vorne bildeten Ben Gläsel und Louis Fabel eine Doppelspitze.
Sascha Konwer schwor seine Jungs auf ein umkämpftes Spiel ein und sollte damit Recht behalten. Bereits von Beginn an agierte die Heimelf mit mehr Ballbesitz und nutzte viele lange Bälle hinter die Jelmstorfer Kette auf Zielspieler Merlin Schmischke. Der SVJ hatte damit Probleme, ohne allerdings große Chancen zuzulassen. Die Partie spielte sich zu großen Teilen im Mittelfeld ab und durch viele kleine Fouls und Nickeligkeiten entstand kaum Spielfluss, stattdessen wurde die Begegnung immer hitziger und unruhiger. Auch die Gäste kamen kaum zu gefährlichen Abschlüssen oder gelungenen Offensivaktionen, weshalb es folgerichtig mit 0:0 in die Pause ging.
Aus dieser starteten die Gastgeber dann optimal: Die SVJ-Defensive agierte zu schläfrig und gab nur Geleitschutz, den Steilpass verwandelte Niklas Parpart eiskalt (46.). Ein Schock für die Gäste, die nun verunsichert waren. Kurze Zeit später patzte dann Draeger entscheidend. Im Spielaufbau schoss er unter leichtem Gegendruck mit einem unkontrollierten langen Ball Baldig an, von dem der Ball am machtlosen SVJ-Keeper Mike Mathis vorbei zum 2:0 einschlug. Die Jelmstorfer waren nun von der Rolle und dem 3:0 näher als dem Anschlusstreffer. Erst nach einigen Minuten bemühten sie dann die Aufholjagd und entfachten Dauerdruck aufs Thomasburger Tor. Die Gastgeber wankten, aber sie fielen nicht. Leider wurde die Partie nun zunehmend unfairer und hitziger, viele Fouls und Unsportlichkeiten brachten immer mehr Unruhe ins Spiel. Gewaltandrohungen und teils grob unfaire Äußerungen vonseiten der Gastgeber sorgten dafür, dass die Emotionen immer weiter hochkochten und der junge Schiedsrichter viel zu tun hatte, er behielt allerdings stets den Überblick und zeigte in den letzten 20 Minuten der Partie 7 mal (!) Gelb (davon sechsmal für einen Spieler der Heimelf). Da auch die besten Abschlussgelegenheiten des SVJ (Adrian Otto und Kilian Konwer) vom schwarz-weißen Bollwerk geblockt wurden, endete die Partie schließlich verdient mit 2:0. Die junge Jelmstorfer Mannschaft probierte viel, die routinierten Gastgeber bekamen ihr Spiel jedoch durchgedrückt und nahmen dabei immer wieder geschickt wie unfair das Tempo aus der Begegnung. Der SVJ agierte glücklos und schlug sich am Ende auch ein Stück selbst.
Für den SV Jelmstorf ist diese Niederlage ein herber Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Das rettende Ufer ist nun 4 Punkte entfernt. Zeit, um der vergebenen Chance nachzutrauern, bleibt jedoch kaum: Am nächsten Sonntag kommt SV Eintracht Lüneburg II an den Aubruchsweg, wo der SVJ auf den letzten Zug zum Klassenerhalt springen muss, wenn der Abstieg in die 3. Kreisklasse nicht zur Realität werden soll.
Thomasburger SV – SV Jelmstorf 2:0 (0:0)
Tore: 1:0 Parpart (46.), 2:0 Baldig (58./ET)
Aufstellung: Mathis – Baldig, Sonnenschein, Draeger, Barrenschee – Stanisz, Hörner – Muth, Bohr – Gläsel, Fabel
Einwechselspieler: Petsch, K. Konwer, Henne, Licht, Otto
Außerdem im Aufgebot: P. Krug, Noeske