1:7 gegen Eintracht Lüneburg II – SVJ schlägt sich selbst und geht unter

Von Jonas Thiem

Nach der Niederlage gegen den Thomasburger SV in der letzten Woche wird die Luft im Abstiegskampf für den SVJ immer dünner. Gegen die Reserve des SV Eintracht Lüneburg musste daher die Mannschaft von Sascha Konwer und Jonas Thiem siegen, um den Anschluss ans rettende Ufer nicht zu verlieren.

Die Mannschaft wurde auf einigen Positionen umgestellt, da erneut einige Stammspieler fehlten. Florian Sonnenschein, Philipp Barrenschee und Janne Petsch (jeweils privat verhindert) fehlten, außerdem nahmen Markus Baldig, Mike Mathis und Michael Hörner vorerst auf der Bank Platz. Für sie starteten Florian Müller-Stern, Kilian Konwer, Pierre Krug, Max Licht, Niklas Bohr und Michael „Kalle“ Oelze. Die letzten drei bildeten mit Kapitän Roy Draeger eine nahezu komplett neu formierte Viererkette vor Keeper Müller-Stern, der sich vor seinem Karriereende im Sommer auf „Abschiedstournee“ befindet.

Die Rollen waren vor Beginn klar verteilt: Eintracht Lüneburg II kam mit einem 8:1-Erfolg im Rücken nach Jelmstorf, der SVJ hingegen befand sich nach der Niederlage in Thomasburg mehr denn je in Abstiegsnot. Im Hinspiel konnten die Jelmstorfer lange mithalten und hatten selbst Chancen auf einen Auswärtssieg, mussten sich nach zwei späten Standards jedoch mit 2:0 geschlagen geben.

Auch in dieser Partie waren Standards früh das Mittel zum Zweck: Die Lüneburger begannen druckvoll und erspielten sich eine Ecke, die der torgefährliche Kapitän und SVJ-Sponsor Julian Albrecht am zweiten Pfosten ziemlich unbedrängt aufs Tor köpfte, Müller-Stern parierte im Verbund mit dem Querbalken jedoch überragend. Auch die folgende Ecke wurde gefährlich, nachdem erneut Albrecht am zweiten Pfosten alleine gelassen wurde und per Direktabnahme nur knapp die Führung verpasste (7.). Danach fand der SVJ etwas besser ins Spiel, kam jedoch kaum zu gefährlichen Abschlüssen. Gefahr erzeugten die Gastgeber dann aber vor allem für ihren eigenen Schlussmann: Draeger setzte an der Mittellinie als letzter Mann zum haarsträubenden Dribbling an und verlor den Zweikampf. Die Gäste liefen zu zweit auf Müller-Stern zu, der den ersten Abschluss noch bravourös parieren konnte, beim Nachschuss jedoch machtlos war. Draeger versuchte noch, den Ball von der Linie zu kratzen, scheiterte dabei jedoch und verletze sich am Knie. Er konnte aber weiterspielen (22.). Nur sechs Minuten später legte die Eintracht nach: Eine Ecke wurde unzureichend geklärt, im Gestocher im Sechzehnmeterraum prallte der Ball von einem (vermutlich Jelmstorfer) Spieler ins lange Eck – 0:2. 
Wiederum vier Minuten später schien die Partie dann entschieden. Bei einem Konter stimmte die Zuteilung der Jelmstorfer nicht, von Münch konnte den Doppelpack schnüren (32.). Hoffnung keimte dann aber kurz auf, als Louis Fabel einen katastrophalen Fehler im Spielaufbau der Gäste bestrafte: Der Torhüter spielte ihm im Mittelfeld den Ball in die Füße, Fabel hob den Kopf und überwand den weit vor dem Kasten stehenden Schlussmann aus ca. 40 Metern per schönem Heber. Ein Traumtor und bereits der 3. Treffer des Winterneuzugangs (36.). Der SVJ wurde nach dem Treffer mutiger und erspielte sich einige Gelegenheit, es ging jedoch mit 1:3 in die Pause.

Aus dieser wollte man mit viel Energie und Aggressivität gehen und die Aufholjagd starten, bekam aber prompt den Stecker gezogen: Für eine Flanke auf den zweiten Pfosten fühlte sich niemand zuständig, Finn-Lasse Möller vollstreckte per Volley zum 1:4 (48.). Danach plätscherte die Partie vor sich hin und wurde erst in der Schlussviertelstunde wieder dynamischer. Der SVJ drängte auf den zweiten Treffer und spielte sich in aussichtsreiche Positionen, agierte in der Rückwärtsbewegung aber immer wieder schläfrig und hatte auch Pech mit vermeintlichen Abseitsentscheidungen. So konnte der Gast aus Lüneburg das Ergebnis auf 1:7 hochschrauben, hierbei erzielte Julius Christian von Münch seine Tore 3 und 4. 

Einer der wenigen Lichtblicke der Partie war das Debüt von Nevio Gerth, der im Winter zum SVJ gestoßen war und erste Minuten im Herrenbereich sammeln konnte. Durch den zeitgleichen Sieg des STV Artlenburg belegt der SV Jelmstorf nun den sportlich letzten Platz (SV Ilmenau II hat sich aus dem Spielbetrieb zurückgezogen). Durch die Thomasburger Niederlage im Parallelspiel beträgt der Abstand aufs rettende Ufer weiterhin vier Punkte, jedoch warten in den nächsten Partien ausschließlich Gegner aus dem oberen Tabellendrittel. Der erste davon ist der TuS Neetze, bei dem der SV Jelmstorf nächsten Sonntag um 15:00 gastiert.

SV Jelmstorf – SV Eintracht Lüneburg II 1:7 (1:3)

Tore: 0:1, 0:3, 1:6, 1:7 von Münch (22., 32., 86., 86.), 0:2 Sörnsen (28.), 1:3 Fabel (36.), 1:4 Möller (48.), 1:5 Safi (74.)

Aufstellung: Müller-Stern – Licht, Oelze, Draeger, Bohr – Stanisz, Gläsel – Muth, P. Krug – Fabel, K. Konwer

Einwechselspieler: Baldig, Gerth, Hörner, L. Montiel Rojas, Henne, Licht, Otto

Außerdem im Aufgebot: Mathis