Von Jonas Thiem
Nach einem verkorksten Saisonstart konnte der SV Jelmstorf zuletzt zwei Siege in Folge feiern – darunter letzte Woche ein Last-Minute-Erfolg im kleinen Derby gegen Union Bevensen II. Mit entsprechend breiter Brust empfing man die bis dato ungeschlagene dritte Mannschaft von Sperber Veerßen, die nach vier gespielten Spielen bereits 12 Punkte auf dem Konto hatte und aus einem spielfreien Wochenende kam.
Der SVJ trat wie zuletzt im 4-2-3-1 System an. Die Viererkette vor Keeper Luca Meyer bildeten Alexander Muth, Markus Baldig, Roy Draeger (C) und Philipp Barrenschee. Auf der Sechs agierten Stiven Montiel Rojas und Abedulla Al Zarraa, die offensive Dreierreihe bestand aus Janne Petsch, Kilian Konwer und Louis Fabel, vorne ging Pierre Krug auf Torejagd.
Wie schon in der Vorwoche gegen Union Bevensen erwischte Jelmstorf einen Traumstart: einen langen Ball von S. Montiel Rojas pflückte Fabel gekonnt im Lauf aus der Luft, zog in den Sechzehner und tunnelte den Keeper am kurzen Pfosten – das 1:0 nach nur 80 Sekunden. Und im Gegensatz zu letzter Woche fing sich der SVJ nicht direkt den Gegentreffer, sondern blieb auf dem Gaspedal. Zunächst vergab P. Krug aus bester Position die große Chance aufs 2:0, dann machte es S. Montiel Rojas nach elf Minuten besser. Einen Steckpass von Fabel ließ der im Absteits stehende P. Krug clever durch, S. Montiel Rojas übernahm und schloss eiskalt ab. Auch danach machte Jelmstorf weiter Druck und vergab in Form von P. Krug und K. Konwer gute Chancen aufs 3:0. Die Gäste wurden zunehmend stärker und drückten auf den Anschluss, der SVJ hielt jedoch gut dagegen und konnte immer wieder Konter fahren. Bei einem dieser Konter zögerte P. Krug zunächst zu lange mit Pass oder Abschluss, abseits des Balles wurde K. Konwer jedoch von seinem Gegenspieler mit dem Arm im Gesicht getroffen: Es gab Strafstoß, den P. Krug souverän unter das Tordach verwandelte (31.). Der SVJ führte also tatsächlich gegen den Uelzener Favoriten mit 3:0 und das auch verdient! Vor der Pause schlugen die Gäste allerdings noch einmal zu: Bei einem Standard hatte Torjäger Brüggemann am zweiten Pfosten zu viel Platz und köpfte aus kurzer Distanz zum Anschluss ein.

In der Pause gab Trainer Sascha Konwer seiner Mannschaft nicht nur lobende Worte mit auf den Weg, sondern auch die Bitte, das Spiel zu beruhigen und einen frühen Abschluss zu verhindern. Das gelang nur bedingt, denn bereits in der 49. Minute hatte erneut Brüggemann zu viel Platz im 16-Meter-Raum, nahm den Ball mit der Brust an und vollstreckte zum 3:2. Nun wurde eine ohnehin hitzige Partie chaotisch: Viele kleine Fouls und Nickeligkeiten unterbrachen den Spielfluss und der Schiedsrichter beruhigte das Geschehen nicht, sondern heizte es durch teils unverständliche Entscheidungen und unbedachte Äußerungen weiter auf. Der SVJ kämpfte tapfer gegen die Gäste, die zwar viel Ballbesitz sammeln konnten, aber kaum gefährliche Abschlüsse. Vorne boten sich den Gastgebern dafür immer wieder Räume für Konter, die aber ohne die letzte Überzeugung ausgespielt wurden. In der 5-minütigen Nachspielzeit wäre es dann fast passiert, eine unkontrollierte Klärungsaktion von Petsch erzeugte eine Kerze im Strafraum der Jelmstorfer, die Torwart Meyer zunächst noch wegfausten konnte. Der Ball landete genau in den Füßen eines Veerßer Spielers, der scheinbar das ganze Tor frei vor sich hatte, doch Meyer kratzte die Kugel mit einer Wahnsinnstat noch aus dem Eck. In der letzten Minute der Nachspielzeit brachte dann ein Konter die Erlösung: P. Krug setzte sich auf rechts durch und brachte die Kugel zu Fabel, der seine Füße sortiert bekam und zum 4:2 einschob.
Danach brachen beim SVJ alle Dämme, und das zurecht! Eine klasse Mannschaftsleistung sorgt für den dritten Sieg in Folge zum Start in die Heimspiel-Wochen in Jelmstorf. In der nächsten Woche empfängt der SVJ die nächste Uelzener Topmannschaft, der SC Uelzen II reist als Tabellenführer an den Aubruchsweg.
SV Jelmstorf – SV Sperber Veerßen III 4:2 (3:1)
Tore: 1:0, 4:2 Fabel (2., 90.+5), 2:0 S. Montiel Rojas (11.), 3:0 P. Krug (31./FE), 3:1, 3:2 Brüggemann (41., 49.)
Aufstellung: Meyer – Muth, Draeger, Baldig, Barrenschee – S. Montiel Rojas, Al Zarraa – Petsch, K. Konwer, Fabel – P. Krug
Einwechselspieler: Bohr, L. Montiel Rojas, Eichmann, Gläsel
Außerdem im Aufgebot: Bergmann, Otto, Licht